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Leonie Ossowski & “Die große Flatter” Mannheimer Jugendarbeit 1978 und 2018

26. September 2018 • 19:0027. September 2018 • 22:00

Der Jugendroman “Die große Flatter”, verfasst 1978 und erschienen 1979, gehört bis heute zur erfolgreichsten Deutschsprachigen Jugendliteratur.
Bereits kurz darauf wurde er verfilmt und auch hier wurden Maßstäbe für die Deutsche Fernsehgeschichte gesetzt.

Die Handlung des Romans, der um zwei Jugendliche aus einer sogenannten Obdachlosensiedlung am Rande einer Großstadt in den 1970er Jahren kreist, basiert auf Erfahrungen, die die 1925 im damaligen Ostpreußen geborere Adelige Jolanthe von Brandenstein unter dem Namen Leonie Ossowski während ihrer Mannheimer Jahre gemacht hat. Von den späten 1950ern bis 1980 war sie als Sozialarbeiterin in Mannheim engagiert, vieles davon war ehrenamtlich. 1982 ehrte sie die Stadt Mannheim mit der hohen Auszeichnung des Schillerpreises, weitere Auszeichnungen für ihr literarisches Schaffen folgten.

Leonie Ossowski kümmerte sich sich unter anderem um straffällig gewordene Jugendliche unserer Stadt wie auch um diejenigen aus einfachsten Verhältnissen, die inmitten von Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und häuslicher Gewalt aufwuchsen. Das Wohngebiet, das noch heute als “Benz-Baracken” bezeichnet wird, steht im Roman im Mittelpunkt. Gerade in jüngster Zeit wurde dieser Teil von Mannheim-Waldhof durch die umstrittene Fernseh-Dokumentation “Hartz aber herzlich” erneut einer größeren Öffentlichkeit auch außerhalb Mannheims bekannt.

An diesem Abend wollen wir “Die große Flatter” näher beleuchten sowie die dort vorherrschenden Themen. Hierzu spricht zunächst die Germanistikprofessorin Dr. Karin Vach, Leiterin des Kinder- und Jugendbuchzentrums an der PH Heidelberg und Jurymitglied bei der Vergabe des Deutschen Jugendbuchpreises, über den Roman im Kontext seiner Zeit.

Im Anschluss widmet sich die Mannheimer Kulturwissenschaftlerin Regina Heilmann Biographie und Oeuvre von Leonie Ossowski mit Schwerpunkt auf ihren Mannheimer Jahren. Dabei wird es auch um weitere wichtige Publikationen anderer Autoren gehen, die sich ebenfalls vor vierzig Jahren mit prekär aufwachsenden Mannheimer Jugendlichen und damit verbundenen Themen wie z.B. Anti-Ziganismus befasst haben.

Doch wird auch der Bogen zum Jahr 2018 geschlagen: So schließt die Veranstaltung mit einer moderierten Podiumsdiskussion. Gäste sind Weggefährten von Leonie Ossowski wie der Mannheimer Sozialpädagoge Christian Nieraese sowie heute im Bereich Jugendförderung und -hilfe tätige Kolleginnen und Kollegen der Stadt Mannheim. Im Zentrum der Diskussion soll unter Einbindung des Publikums die Frage stehen, ob sich die Lebenssituation für Jugendliche schwieriger Herkunft in Mannheim in den letzten 40 Jahren erkennbar verbessert hat – und welcher Handlungsbedarf noch besteht.

Die Veranstaltung ist Teil der Feiern anlässlich des 40. Geburtstags des Jugendkulturzentrums forum.

Details

Beginn:
26. September 2018 • 19:00
Ende:
27. September 2018 • 22:00
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Veranstaltungsort

Saal
Neckarpromenade 46
Mannheim, 68167 Deutschland
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